Was fressen Pandas wirklich?
Pandas gelten als Bambus-Fans - aber ist das wirklich alles? Hier liest du, wie die Ernährung des Großen Panda funktioniert, warum er trotz „Raubtier-Darm“ Pflanzen futtert und was auf seinem Speiseplan sonst noch steht.
Bambus: das Grundnahrungsmittel
Der Große Panda frisst vor allem Bambus. Je nach Saison bestehen rund 90-99 % seiner Nahrung aus zarten Trieben (Frühjahr), Blättern (Sommer/Herbst) und Stängeln (Winter). Pandas wechseln dabei zwischen verschiedenen Bambusarten, um an ausreichend Eiweiß und Energie zu kommen.
Weil Bambus nährstoffarm ist, verbringen Pandas täglich bis zu 12–14 Stunden mit Fressen und schaffen dabei 10-20 kg Pflanzenmaterial. Das klingt viel - ist aber nötig, um den geringen Nährwert auszugleichen.
Warum frisst ein „Raubtier“ Pflanzen?
Biologisch haben Pandas einen Verdauungstrakt wie andere Bären (also wie Fleischfresser) - kurzer Darm, kein Wiederkäuen. Trotzdem hat die Evolution sie auf Bambus spezialisiert: mit extrem kräftigen Kiefern, dicken Backenzähnen zum Zerkleinern und dem berühmten „falschen Daumen“, mit dem sie Bambus fest greifen.
Die Energieeffizienz bleibt dabei gering. Daher bewegen sich Pandas meist gemächlich, sparen Energie - und essen dafür umso mehr.
So variiert der Speiseplan
- Frühjahr: proteinreiche Bambustriebe, schnell wachsend und leicht verdaulich.
- Sommer/Herbst: vor allem Blätter - mehr Ballaststoffe, weniger Eiweiß.
- Winter: zähe Stängel und Rinde, wenn anderes knapp wird.
Neben Bambus nehmen Pandas gelegentlich andere Pflanzen, Gräser, Knollen oder Früchte zu sich. Sehr selten werden auch Eier, kleine Tiere oder Aas gefressen - das ist aber die Ausnahme und kein nennenswerter Anteil an der Ernährung.

Wasser & Mineralien
Pandas trinken regelmäßig aus Bächen und Feuchtgebieten. Gelegentlich lecken sie an mineralreichen Böden (Salzlecken), um Spurenelemente aufzunehmen. Das hilft, einseitige Bambuskost auszugleichen.
Wie viel ist genug?
Erwachsene Pandas fressen im Schnitt 10-20 kg Bambus pro Tag. Jungtiere starten mit Milch, knabbern später an weichem Bambus und imitieren das Fressverhalten der Mutter. Die große Menge führt übrigens zu vielen „Pausen“ - Verdauen kostet Zeit.
Mythen kurz erklärt
- „Pandas essen nur Bambus.“ Fast - aber nicht ausschließlich. Kleine Beikost kommt vor, bleibt aber selten.
- „Bambus ist immer gleich.“ Nein. Verschiedene Arten/Teile liefern unterschiedliche Nährstoffe - Pandas wählen gezielt.
- „Pandas sind faul.“ Eher effizient: Wenig Bewegung spart Energie, weil Bambus so nährstoffarm ist.
Fazit
Pandas fressen überwiegend Bambus - je nach Saison andere Teile und Arten. Ihr Körperbau ist perfekt aufs Greifen und Zerkleinern angepasst, der Stoffwechsel auf „viel, oft, langsam“ getrimmt. Kleine Extras gibt’s manchmal, aber der Star bleibt: Bambus.